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Tradition und Traditionsbruch zwischen Skepsis und Dogmatik.
Interkulturelle philosophische Perspektiven. BICKMANN, Claudia, Hermann-Josef SCHEIDGEN, Tobias VOßHENRICH und Markus WIRTZ (Hrsg.)
Amsterdam/New York, NY, 2006, XXV, 541 pp.
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Series: Studien zur interkulturellen Philosophie - Studies in Intercultural Philosophy - Etudes de philosophie interculturelle 16
Tradition und Traditionsbruch gehören zu den entscheidenden Herausforderungen in einer beschleunigt zusammenwachsenden Welt. Sollen beide Seiten nicht in einem unfriedlichen Antagonismus verharren, so ist Prämissentransparenz und Grenzbestimmung der je eigenen und fremden Argumente gefragt. In der Auseinandersetzung mit klassischen Quellen der europäischen und außereuropäischen Philosophiegeschichte soll der vorliegende Band zeigen, daß Selbstkritik und Selbstaffirmation in allen Weltphilosophien nur mehr zwei entgegengesetzte Reaktionen auf eine von innen oder von außen gefährdete Identität zum Ausdruck bringen. Skepsis und Dogmatik betreffen darum nicht allein den Kern der abendländischen Annäherungen, sondern sie treffen den Nerv aller Weltphilosophien gleichermaßen. Skeptisch-kritische Positionen prägen ebenso die buddhistische, taoistische und islamische Philosophie; spekulativ-systematische Ansätze finden ihren Niederschlag in der islamischen, der hinduistischen wie auch der europäischen Philosophie; rationalistische und analytische Strömungen lassen sich in allen genannten philosophischen Traditionen ausfindig machen. Leitend ist darum die gemeinsame Frage: Wie ist Identitätskonstruktion in Traditionen möglich, ohne dogmatisch zu werden, und wie können Relativität und Skepsis ihre produktive Funktion entfalten, ohne auf die Universalität der Werte (wie etwa der Menschenrechte) verzichten zu müssen?
Inhalt Tassilo KÜPPERS: Geleitwort Bernd MANUWALD: Grußwort Claudia BICKMANN: Vorwort Claudia BICKMANN: Einführung in die Themenstellung: ,Tradition und Traditionsbruch‘. Transformation der Philosophie zwischen Skepsis und Dogmatik I. Grundprobleme interkultureller Annäherung 1. Hermeneutik der Interkulturalität Ram ADHAR MALL: Tradition und Rationalität: Eine interkulturelle philosophische Perspektive Tilman BORSCHE: Inseln der Gemeinsamkeit im Ozean des Fremden. Über Anschlussfähigkeit und -bereitschaft als Bedingungen des Dialogs zwischen Individuen, Gruppen und Kulturen Thomas GRUNDMANN: Die Grenzen des Verstehens Heinz KIMMERLE: Wie fließend sind – aus philosophischer Sicht – die Grenzen des Wir? Önay SÖZER: Tradition und Traditionsbruch als Befreiung Franz Martin WIMMER: Exklusiv-egalitär-komplementär. Drei Verhältnisse zwischen Traditionen 2. Transkulturelle Perspektiven Wolfgang WELSCH: Über Besitz und Erwerb von Gemeinsamkeiten Julian NIDA-RÜMELIN: Universalität und Partikularität Helmut GIRNDT: Jenseits von dogmatischer Selbstbehauptung und kritischer Reflexion. Überlegungen zum Thema: Was ist interkulturelle Philosophie und wie ist sie möglich? Klaus ERICH KAEHLER: Die Identität des dezentrierten Subjekts als permanente Aufgabe Dieter LOHMAR: „Ich ... enthalte mich aller Tradition“. Freiheit und Epoché in Husserls späten Schriften Martina PLÜMACHER: Selbstbilder – eine öffentliche Angelegenheit? Hans RAINER SEPP: Offener Traditionssinn – geschlossene Universalnorm? Fragen zu einer Phänomenologie der Grenze Tobias VOSSHENRICH: Transkulturelle Philosophie – ein postmodernes Projekt 3. Orte jenseits der Gegensätze Wolfram HOGREBE: Spekulative Identität und diskursive Differenz. Gelingensbedingungen des interkulturellen Dialogs in der Philosophie Gabriele Münnix: Kontradiktion und Komplementarität. Ist „die“ Logik universal? Hermann-Josef SCHEIDGEN: Vollendung des Gesamtkunstwerks? Richard Wagners eigenwillige Rückkehr zum Christentum bei gleichzeitiger Annäherung an den Buddhismus Georg STENGER: ,Erfahrung‘ als Leitmotiv diesseits der Dichotomie von Universalismus und Relativismus 4. Praktisch-politische Perspektiven einer Philosophie der Interkulturalität Dieter SENGHAAS: Moderne und Antimoderne angesichts kultureller Globalisierung. Plädoyer für einen zeitgemäßen, jedoch geschichtsbewußten Diskurs Morteza GHASEMPOUR: „Antigone“: Die Tragödie der Intoleranz. Eine interkulturelle Interpretation Hamid REZA YOUSEFI: Zur Philosophie der angewandten Toleranz. Eine interkulturelle Perspektive II. Grundprobleme der Philosophie in einer komparativen Perspektive 1. Kontinuität und Diskontinuität in einzelnen philosophischen Traditionen Afrikanische Annäherungen: Chibueze C. UDEANI: Interkulturelle Hermeneutik – Eine Brücke im Kulturendialog zwischen afrikanischen und nicht-afrikanischen Traditionen Asiatische Positionen: Rolf ELBERFELD: Moderne interkulturell – Tradition und Traditionsbruch im Horizont der europäischen Expansion Mamoru TAKAYAMA: Die traditionelle Idee der Eintracht im japanischen Denken Abendländische Horizonte: Edith DÜSING: Ist Gott ,tot‘? – Die Wiederkehr des Dionysos in Nietzsches Kunstmetaphysik Andreas SPEER: Streben nach dem, was man nicht besitzt. Philosophische Selbstverständigung im Horizont der Weisheit Markus WIRTZ: Okzidentalität der Metaphysik? Zur transkulturellen Globalisierung der Philosophie in Anknüpfung an die Spätphilosophie Martin Heideggers 2. Konstitution einer grenzüberschreitenden komparativen Perspektive Europäische und Chinesische Positionen im Vergleich: Sasa JOSIFOVIC: Tao und Te oder das Absolute und seine Besonderung. Versuch einer Verständigung Lik KUEN TONG: Dao and Logos: Prolegomena to a Quintessential Hermeneutics—With Specific Reference to its Implications for Intercultural Philosophy Indische und Europäische Positionen im Vergleich: Wolfgang RÖD: Der kulturphilosophische Relativismus und seine Grenzen Smail RAPIC: Raum, Zeit und Sprache in der Ontologie der Veden und Upanisaden Japanische und Europäische Perspektiven im Vergleich: Myriam-Sonja HANTKE: Das nichtige Sein und das seiende Nichts bei Platon, Nagarjuna, Fazang und Nishida Jüdische und Islamische Positionen im Vergleich: Elsayed ELSHAHED: Die Rolle der jüdischen Philosophie im islamischen Gedankengut am Beispiel von Mose Maimunides (Rabbi Mose Ben Maimon) Hassan HANAFI: Tradition and Modernism between continuity and discontinuity. Possible models and historical options Autorenverzeichnis
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